Fliegende Glücksboten brauchen Unterstützung – Zahl der Schwalben sinkt

Mehlschwalbe mit Nest © Christoph Moning

(Nabu – 2.4.25) Mit dem Frühlingsbeginn heißt es wieder: Rauch- und Mehlschwalben kehren aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara zurück. Jahr für Jahr legen sie Tausende Kilometer zurück, um hier ihre Jungen großzuziehen. Doch ihre Rückkehr verläuft längst nicht mehr unbeschwert. Immer weniger Brutplätze, ein drastischer Rückgang an Insekten und extreme Wetterlagen gefährden die Bestände – und fordern gezielte Unterstützung.

Zahl der Schwalben sinkt

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Schwalben in Deutschland stark gesunken. Die Ursachen sind vielfältig: Menschen reißen Nester ab, moderne Gebäude bieten keine Nistmöglichkeiten mehr, und insektenarme Gärten erschweren die Nahrungssuche. Im vergangenen Herbst litten viele Schwalben zusätzlich unter Dauerregen und Kälte. Geschwächt durch das schlechte Wetter fanden sie kaum noch Nahrung und starben teils noch vor dem Abflug in den Süden.

Brutplätze rechtzeitig schaffen

Viele Schwalben kehren jedes Jahr an denselben Ort zurück. Wer Nester erhalten oder neue Nisthilfen anbringen möchte, sollte das jetzt tun – bevor die Vögel mit dem Nestbau beginnen. Nisthilfen bieten eine gute Alternative, wenn natürliche Brutplätze fehlen. Auch das Aufhängen eines Kotbretts rund 60 Zentimeter unterhalb des Nestes kann helfen: Es fängt den Schmutz auf und erleichtert das Zusammenleben von Mensch und Vogel.

Lehm für den Nestbau bereitstellen

Schwalben formen ihre Nester aus kleinen Lehmbällchen. Doch geeigneter Boden ist rar geworden. „Eine kleine, feuchte Bodenstelle oder ein mit Wasser angerührter Lehm in einer Schale kann für Schwalben den Unterschied machen“, erklärt Renée Gerber. Wichtig sei dabei der Standort: „Die Stelle sollte möglichst nah am Brutplatz liegen und frei von Katzenzugang sein.“

Insektenreiche Gärten anlegen

Schwalben jagen Fluginsekten wie Mücken oder Fliegen im Flug – doch diese fehlen zunehmend. „Wir sehen, wie dramatisch sich die Insektenvielfalt in den letzten Jahren verändert hat“, so Gerber. „Wer einen Garten hat, kann durch heimische Blühpflanzen, offene Bodenstellen und den Verzicht auf Pestizide viel bewirken.“ Ein lebendiger Garten mit durchgehendem Blütenangebot unterstütze nicht nur Schwalben, sondern auch viele andere Tierarten.

Schutz sichtbar machen

Naturschutzverbände wie NABU und LBV zeichnen Menschen aus, die Schwalben aktiv schützen. Wer Nester erhält, Nisthilfen anbringt oder Lebensräume schafft, kann eine Plakette als „Schwalbenfreundliches Haus“ erhalten.

Jetzt mithelfen

Gerber sagt abschließend: „Schwalben fliegen wieder durch unsere Städte und Dörfer – doch sie brauchen unsere Hilfe. Wer rechtzeitig Brutplätze schafft, Baumaterial bereitstellt und für ausreichend Nahrung sorgt, schützt nicht nur eine faszinierende Vogelart, sondern bewahrt auch ein Stück lebendige Sommertradition.“

Kurz-URL: https://www.bueckeburg-lokal.de/?p=84554

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